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Der EXPO2000 - Internetauftritt
(Artikel aus "EXPO2000 Hannover, "Die Firma", Hauptmeyer, Rund)

Zu einer Weltausstellung, die sich intensiv mit der Technik des ausgehenden 20. Jahrhunderts und beginnenden 21. Jahrhunderts beschäftigt, gehörte die eingehende Auseinandersetzung mit den neuen Medien, die seit Anfang der 1990er-Jahre einen ungeahnten Aufschwung nahmen. Ein sichtbarer Ausdruck dessen war der Internetauftritt der EXPO 2000, der bis 2000 viermal komplett gestalterisch und strukturell überarbeitet wurde und mehrere Auszeichnungen erhielt.

Im Herbst 1995 eröffnete die ,,virtuelle EXPO". Nach und nach erfolgte der Ausbau des Internetauftritts, bis er zum Beginn der Weltausstellung schließlich mehrere hundert mehrsprachige Seiten umfasste. Ein Großteil der Inhalte stammte aus dem EXPO-Info-Pool, in dessen zentraler Datenbank der EXPO-Weltpartner Bertelsmann AG alle "die Weltausstellung im Jahr 2000 inhaltlich beschreibenden Daten" sammelte und redaktionell aufbereitete. Die Einbindung der EXPO GmbH in das World Wide Web erlaubte ihr in der Vorbereitungsphase den kostengünstigen Informationsaustausch mit den ausstellenden Nationen, den Wirtschaftspartnern oder der Presse. Umfangreiche Datenbanken boten diesen Zielgruppen relevante Informationen wie Planungshandbücher und -richtlinien oder Pressefotos und -mitteilungen. Ein vorweggenommener virtueller Global Dialogue trug durch die Möglichkeit der weltumspannenden Diskussion die inhaltliche Idee der EXPO 2000 voran. Web-Cams, fest installierte Kameras, übertrugen in Minutenabständen Geländeaufnahmen in das Netz, sodass sich vom heimischen Bildschirm aus der Baufortschritt auf dem Gelände beobachten ließ. Je populärer das Internet in der Bevölkerung wurde, desto stärker setzte die EXPO GmbH es als werbliches Instrument ein." Es erreichte überseeische Märkte, vor allem die USA, die mit der klassischen Werbung und der Pressearbeit kaum erreicht werden konnten." Schließlich wurde das Internet mit Beginn des Vorverkaufs am 1. Juni 1998 als Vertriebsinstrument für Eintrittskarten eingesetzt; auch Merchandisingartikel waren ab Juni 2000 auf diesem Weg zu beziehen.

1999 begann der Ausbau des Internetangebots zu einem Besucherinformationssystem im Vorfeld.' Damit stand das Projekt kurzfristig in einer unmittelbaren Konkurrenzsituation zu dem Bereich ,,Betrieb und Sicherheit" (BuS), der seit 1997 gemeinsam mit dem Weltpartner Siemens AG an einem Besucherinformationssystem (B.I.S.) arbeitete, das während der Betriebsphase die Orientierung auf dem Gelände erleichtern sollte. Eine Vernetzung beider Projekte verwandelte die inhaltliche und technische Konkurrenz in eine synergetische Beziehung. Das Besucherinformationssystem im Internet (IBIS) präsentierte sich dadurch wie das während der Betriebsphase auf dem Gelände zu benutzende System (OBIS). Während der Betriebsphase wurde das Internetangebot erheblich ausgeweitet. Jetzt konnte man sich auf die elf Präsentationen des Themenparks einstimmen, allen 842 Weltweiten Projekte einen virtuellen Besuch abstatten oder sich am Diskussionsforum des Global Dialogue beteiligen. Multimediale Techniken machten es möglich, sich über das simulierte Gelände zu bewegen und Eindrücke aus unterschiedlichen Perspektiven zu verschaffen. Alle Teilnehmer stellten ihre Beiträge auf den EXPO-Seiten vor; das Kultur- und Ereignisprogramm bot seinen kompletten, ca. 15.000 einzelne Attraktionen umfassenden Veranstaltungskalender an. So konnten sich ,, Endverbraucher". also Besucherinnen und Besucher, zu Hause ihre individuelle Route auf einem detaillierten Lageplan ausarbeiten und sofort oder erst auf dem Gelände ausdrucken lassen.

Das Projekt Internet entwickelte sich im Laufe der Zeit überaus erfolgreich; die Zugriffszahlen auf die Homepage lagen deutlich über den angenommenen Zielwerten. Ende 1997 frequentierten wöchentlich bereits etwa 80.000 ,,User" die EXPO-Seiten. Nach Beginn der Weltausstellung ,,surften" monatlich etwa 4,5 Mio. Internet-Benutzer auf die Startseite des EXPO-Auftritts (,,visits"). Weitere EXPO-Seiten wurden insgesamt ca. 12 Mio. mal besucht (,,page-impressions"). Gemessen an den Zugriffen auf die erfolgreichsten deutschen Websites lagen die EXPO-Sites im oberen Mittelfeld.

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